Film schreibt Geschichte
Historie zwischen Fakten und Fiktionen
39. Internationaler Filmhistorischer Kongress
18.11.2026
Kongress-Eröffnung im Metropoliskino, Kleine Theaterstr. 10, 20354 Hamburg
19. - 21.11.2026, Hamburg
Kongress im Warburg-Haus, Heilwigstraße 116, 20249 Hamburg
Seit den Anfängen des Kinos gehört die Auseinandersetzung mit historischen Persönlichkeiten und Ereignissen bis heute zu den zentralen Themen. Zahllose Filme erzählen die Geschichte(n) von Königen, Künstlerinnen, Politikern, Wissenschaftlerinnen oder historischen Ereignissen. Dabei haben sich die Filmschaffenden mal mehr, mal weniger an die Tatsachen gehalten. Die Filme sind damit zugleich auch ein Spiegel der jeweiligen gesellschaftlichen und politischen Systeme und reflektieren den zeitgenössischen Blick auf die Geschichte. cinefest 2026 geht diesem Phänomen nach, vergleicht Filme aus verschiedenen Epochen und untersucht, was sie über die dargestellten Personen erzählen, vor allem aber auch über die Zeit, in der sie entstanden sind.
Dabei stehen so unterschiedliche Personen wie der englische König Henry VIII & Anna Boleyn, Marie Antoinette, der Arzt Johann Friedrich Struensee, der k.u.k Kronprinz Rudolf (Mayerling-Affäre), die Tänzerin Lola Montez, der Reichskanzler Otto von Bismarck, die Komponist:innen Franz Schubert und Gustav und Alma Mahler, der NS-Widerständler Günter Weisenborn (Rote Kapelle) sowie der Raketenforscher Wernher von Braun oder der SS-Mann Reinhard Heydrich auf der Planungsliste, deren Leben jeweils in mehreren Spielfilmen (Biopics) behandelt worden ist.
Vorgesehene Referent:innen:
Geoff Brown, London
Klaus Davidowicz, Wien
Michael Grisko, Leipzig / Erfurt
Evelyn Hampicke, Berlin
Tobias Hirschmüller, Trier
Anne Jespersen, Kopenhagen
Daniel Körling, Potsdam
Kathrin Nachtigall, Berlin
Nataliia Nikolaieva, Kiew
Sandra Nuy, Siegen
Andreas Mix, Berlin
Daniel Otto, Berlin
Tim Tolsdorff, Hamburg / Berlin
Hanns-Georg Rodek, Berlin
Anett Werner-Burgmann, Berlin / Hannover
Die Vorträge sind auf 20 Minuten angesetzt und werden anschließend im Plenum diskutiert. Die Konferenzsprachen sind Deutsch oder Englisch (es gibt keine Live-Übersetzung). Der Kongress findet voraussichtlich in hybrider Form statt (Präsenz und Videostream).
In Vorbereitung auf Kongress und Festival fand vom 5. – 8. Mai 2026 ein internes Sichtungskolloquium in Berlin und Potsdam statt:
Konzeption: Hans-Michael Bock, Swenja Schiemann, Erika Wottrich
Beratung: Thomas Weber, Rainer Rother, Milan Klepikov, Adelheid Heftberger, Jan Distelmeyer
Organisation: Erika Wottrich, Swenja Schiemann
Coordination Bundesarchiv: Florian Höhensteiger
Technische Betreuung: George Riley
Kontakt: kongress(at)cinegraph.de
Rückblick Kongress 2025
Zwischen Schreibmaschine und Filmkamera
Literaten und ihr Verhältnis zum Film
38. Internationaler Filmhistorischer Kongress
19. (Eröffnung) - 22.11.2025, Hamburg
Gästehaus der Universität, Rothenbaumchaussee 34, 20148 Hamburg
© DEFA-Stiftung / Eberhard Dassdorf
In den Vorträgen und Diskussionen beim 38. Internationalen Filmhistorischen Kongress werden die Schwerpunkte des Festivals in thematisch abgestimmten Panels vertieft.
Wie unterschiedlich das Verhältnis von Literat:innen zum Film in Ost- und Westdeutschland war, wird in zwei Keynotes dargelegt: Hans-Michael Bock und Michael Töteberg diskutieren die »zerrüttete Beziehung« zwischen Literatur und Film in der Bundesrepublik, während Anett Werner-Burgmann die Wechselbeziehungen in der DDR in den Blick nimmt.In sechs thematischen Panels werden exemplarisch Autor:innen vorgestellt, deren Werk das Verhältnis von Schreiben und Filmen auf je eigene Weise spiegelt: Andy Räder analysiert Uwe Johnsons dokumentarische Strategien anhand von SUMMER IN THE CITY, während Jonathan Ciesla Wolf Wondratscheks filmischen Experimenten nachgeht. Heike Klapdor wiederum betrachtet Peter Weiss’ intermediale Kunst. Ein Panel beschäftigt sich mit zwei Autoren in der DDR: Michael Töteberg geht den Spuren des unbequemen Autors Franz Fühmanns nach und Johanna Deventer analysiert Manfred Bielers DAS KANINCHEN BIN ICH und die Folgen des Verbots des Films.
Weitere Beiträge widmen sich der Familie Mann: Sandra Nuy untersucht Klaus Manns Verhältnis zu Hollywood, während Tereza Brdečková den Schwiegersohn von Heinrich Mann vorstellt: Ludvík Aškenazy. Dessen Sohn Jindrich Mann, selbst Schriftsteller und Drehbuchautor, ergänzt den Vortrag um eine persönliche Perspektive. Einen Blick auf populäre Formen des Erzählens werfen Peter Ellenbruch und Liane Schüller mit ihrem Beitrag zu Eduard Rhein, der unter dem Pseudonym Hans-Ulrich Horster Fortsetzungsromane in der HörZu veröffentlichte, die häufig verfilmt wurden. Bastian Heinsohn beleuchtet die journalistischen und filmischen Aktivitäten von Will Tremper, während Andreas Jacke den Drehbuchschreiber und Bestsellerautor Johannes Mario Simmel und die Verfilmung seines Romans ALLE MENSCHEN WERDEN BRÜDER analysiert. Schließlich zeigen Michael Wedel und Andrea Kresimon am Beispiel von Horst Bienek und Ingeborg Bachmann, welchen Stellenwert Film und Kino in deren Arbeiten eingenommen haben.
Programmübersicht
Die Vorträge sind auf ca. 20 Minuten angesetzt und werden anschließend im Plenum diskutiert. Die Konferenzsprachen sind Deutsch oder Englisch (es gibt keine Live-Übersetzung). Der Kongress findet voraussichtlich in hybrider Form statt (Präsenz und Videostream).
Im Anschluss an den Kongress werden die überarbeiteten Vorträge in einem Buch veröffentlicht, das im Herbst 2026 bei edition text+kritik erscheint.
XXII. cinefest – Internationales Festival des deutschen Film-Erbes und der 38. Internationale Filmhistorische Kongress werden veranstaltet von CineGraph Hamburg und Bundesarchiv in Kooperation mit zahlreichen nationalen und internationalen Institutionen.
Konzeption: Hans-Michael Bock, Erika Wottrich
Beratung: Hans-Ulrich Wagner, Michael Töteberg, Thomas Weber, Milan Klepikov, Adelheid Heftberger, Jan Distelmeyer
Organisation: Erika Wottrich, Swenja Schiemann
Coordination Bundesarchiv: Florian Höhensteiger
Technische Betreuung: George Riley
Kontakt: kongress(at)cinegraph.de


