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Film schreibt Geschichte
Historie zwischen Fakten und Fiktionen

39. Internationaler Filmhistorischer Kongress

18.11.2026

Kongress-Eröffnung im Metropoliskino, Kleine Theaterstr. 10, 20354 Hamburg

19. - 21.11.2026

Kongress im Warburg-Haus, Heilwigstraße 116, 20249 Hamburg

In einer Dachkammer sitzt ein mann mit runder Brille am Klavier. Eine Frau im eweißen Kleid leht am Klavier und hört andächtig zu
Blossom Time (GB 1934, Paul L. Stein): Richard Tauber, Jane Baxter
Quelle: DFF - Deutsches Filminstut & Filmmuseum

Seit den Anfängen des Kinos gehört die Auseinandersetzung mit historischen Persönlichkeiten und Ereignissen bis heute zu den zentralen Themen. Zahllose Filme erzählen die Geschichte(n) von Königen, Künstlerinnen, Politikern, Wissenschaftlerinnen oder historischen Ereignissen. Dabei haben sich die Filmschaffenden mal mehr, mal weniger an die Tatsachen gehalten. Die Filme sind damit zugleich auch ein Spiegel der jeweiligen gesellschaftlichen und politischen Systeme und reflektieren den zeitgenössischen Blick auf die Geschichte. cinefest 2026 geht diesem Phänomen nach, vergleicht Filme aus verschiedenen Epochen und untersucht, was sie über die dargestellten Personen erzählen, vor allem aber auch über die Zeit, in der sie entstanden sind.
Dabei stehen so unterschiedliche Personen wie der englische König Henry VIII & Anna Boleyn, Marie Antoinette, der Arzt Johann Friedrich Struensee, der k.u.k Kronprinz Rudolf (Mayerling-Affäre), die Tänzerin Lola Montez, der Reichskanzler Otto von Bismarck, die Komponist:innen Franz Schubert und Gustav und Alma Mahler, der NS-Widerständler Günter Weisenborn (Rote Kapelle) sowie der Raketenforscher Wernher von Braun oder der SS-Mann Reinhard Heydrich auf der Planungsliste, deren Leben jeweils in mehreren Spielfilmen (Biopics) behandelt worden ist.

Für die Teilnahme am Kongress ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.

Programmübersicht (Änderungen vorbehalten)

Donnerstag, 19.11.2026

9:30 – 12:20
Begrüßung
Panel 1: Historische Personen im Film
Anne Jespersen, Kopenhagen: The Danish Revolution and Royal Scandal. The Rise and Fall of Johann Friedrich Struensee in Four films
Klaus Davidowicz, Wien: Joseph Süß Oppenheimer zwischen Geschichte, Projektion und Erinnerung: Filmische Transformationen einer historischen Figur 
Geoff Brown, London: Who is Schubert? What is he?: the multiple screen identities of a classical composer

12:20 – 13:30 Mittagspause

13:30 – 16:00
Panel 2: Bismarck
Tobias Hirschmüller, Trier: Von Musterehen und Zickenkrieg? Die Frauen in den Bismarckfilmen
Daniel Körling, Potsdam: Kaiserliche Schatten: Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II. im NS-Historienfilm

Bundesarchiv
Adelheid Heftberger, Bundesarchiv Berlin: Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen – Die nicht-verfügbare-Werke-Richtlinie im Bundesarchiv

Freitag, 20.11.2026

9:30 – 12:05
Panel 3: Nationalsozialismus
Hanns-Georg Rodek, Berlin: Reinhard Heydrich. Das Monster
Andreas Mix, Berlin: Reinhard Heydrich. Beauftragter der »Endlösung der Judenfrage«
Daniel Otto, Berlin: Dr. Richard Sorge: Meisterspion – Verräter – sozialistischer Posterboy. Filmische Genese eines deutschen Agenten im Kino des Kalten Kriegs

12:05 – 13:15 Mittagspause

13:15 – 15:40
Panel 4: DEFA
Michael Grisko, Leipzig / Erfurt: Die Sozialdemokraten sind schuld. Der Blick des DEFA-Spielfilms auf die Weimarer Republik
Evelyn Hampicke, Berlin: War einmal ein Revolutzer … Max Hoelz, die Revolutionstheorie, 3 Filme und viel historischer Kontext …

Gesprächsrunde

Samstag, 21.11.2026

9:30 – 12:20
Panel 5: Monarchie
Anett Werner-Burgmann, Berlin / Hannover, und Kathrin Nachtigall, Berlin: Zwischen Gender, Pop und Politik: Filmische Medialisierungen der Königin Luise von Preußen
Nataliia Nikolaieva, Kyjiw: Inventing Rudolf: Mayerling and Alternative Visions of Habsburg History in European Cinema (1936–2006)

Panel 6: Biopic
Tim Tolsdorff, Berlin: Michael Mansfeld: Zwischen Idealen und Instrumentalisierung. Ein Meister des biografischen Dokumentarspiels beim ZDF

12:20 – 13:20 Mittagspause

13:20 – 15:30
Panel 6 (Fortsetzung)
Sandra Nuy, Siegen: »Film ist nun mal etwas Sinnliches«. Biopics im Werk von Margarethe von Trotta

Abschluss-Gesprächsrunde
Abschlussdiskussion

Die Vorträge sind auf 20 Minuten angesetzt und werden anschließend im Plenum diskutiert. Die Konferenzsprachen sind Deutsch oder Englisch (es gibt keine Live-Übersetzung). Der Kongress findet voraussichtlich in hybrider Form statt (Präsenz und Videostream). 

In Vorbereitung auf Kongress und Festival fand vom 5. – 8. Mai 2026 ein internes Sichtungskolloquium in Berlin und Potsdam statt.

Konzeption: Hans-Michael Bock, Swenja Schiemann, Erika Wottrich
Beratung: Thomas Weber, Rainer Rother, Milan Klepikov, Adelheid Heftberger, Jan Distelmeyer
Organisation: Erika Wottrich, Swenja Schiemann
Coordination Bundesarchiv: Florian Höhensteiger
Technische Betreuung: George Riley

Kontakt: kongress(at)cinegraph.de

XXIII. cinefest – Internationales Festival des deutschen Film-Erbes und der 39. Internationale Filmhistorische Kongress werden veranstaltet von CineGraph Hamburg und Bundesarchiv in Kooperation mit zahlreichen nationalen und internationalen Institutionen.


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