Zwischen Schreibmaschine und Filmkamera
Literaten und ihr Verhältnis zum Film
38. Internationaler Filmhistorischer Kongress
19. (Eröffnung) - 22.11.2025, Hamburg
Gästehaus der Universität, Rothenbaumchaussee 34, 20148 Hamburg
© DEFA-Stiftung / Eberhard Dassdorf
In den Vorträgen und Diskussionen beim 38. Internationalen Filmhistorischen Kongress wurden die Schwerpunkte des Festivals in thematisch abgestimmten Panels vertieft.
Wie unterschiedlich das Verhältnis von Literat:innen zum Film in Ost- und Westdeutschland war, wurde in zwei Keynotes dargelegt: Hans-Michael Bock und Michael Töteberg diskutieren die »zerrüttete Beziehung« zwischen Literatur und Film in der Bundesrepublik, während Anett Werner-Burgmann die Wechselbeziehungen in der DDR in den Blick nimmt. In sechs thematischen Panels wurden exemplarisch Autor:innen vorgestellt, deren Werk das Verhältnis von Schreiben und Filmen auf je eigene Weise spiegelt: Andy Räder analysierte Uwe Johnsons dokumentarische Strategien anhand von SUMMER IN THE CITY, während Jonathan Ciesla Wolf Wondratscheks filmischen Experimenten nachging. Heike Klapdor wiederum betrachtete Peter Weiss’ intermediale Kunst. Ein Panel beschäftigte sich mit zwei Autoren in der DDR: Michael Töteberg ging den Spuren des unbequemen Autors Franz Fühmanns nach und Johanna Deventer analysierte Manfred Bielers DAS KANINCHEN BIN ICH und die Folgen des Verbots des Films.
Weitere Beiträge widmeten sich der Familie Mann: Sandra Nuy untersuchte Klaus Manns Verhältnis zu Hollywood, während Tereza Brdečková den Schwiegersohn von Heinrich Mann vorstellte: Ludvík Aškenazy. Dessen Sohn Jindrich Mann, selbst Schriftsteller und Drehbuchautor, ergänzte den Vortrag um eine persönliche Perspektive. Einen Blick auf populäre Formen des Erzählens warfen Peter Ellenbruch und Liane Schüller mit ihrem Beitrag zu Eduard Rhein, der unter dem Pseudonym Hans-Ulrich Horster Fortsetzungsromane in der HörZu veröffentlichte, die häufig verfilmt wurden. Bastian Heinsohn beleuchtete die journalistischen und filmischen Aktivitäten von Will Tremper, während Andreas Jacke den Drehbuchschreiber und Bestsellerautor Johannes Mario Simmel und die Verfilmung seines Romans ALLE MENSCHEN WERDEN BRÜDER analysierte. Schließlich zeigten Michael Wedel und Andrea Kresimon am Beispiel von Horst Bienek und Ingeborg Bachmann, welchen Stellenwert Film und Kino in deren Arbeiten eingenommen haben.
Programmübersicht
38. Internationaler Filmhistorischer Kongress: Tag 1
38. Internationaler Filmhistorischer Kongress: Tag 2
38. Internationaler Filmhistorischer Kongress: Tag 3
Die Vorträge waren auf ca. 20 Minuten angesetzt und wurden anschließend im Plenum diskutiert. Die Konferenzsprachen waren Deutsch oder Englisch (keine Live-Übersetzung). Der Kongress fand in hybrider Form statt (Präsenz und Videostream).
Im Anschluss an den Kongress werden die überarbeiteten Vorträge in einem Buch veröffentlicht, das im Herbst 2026 bei edition text+kritik erscheint.
XXII. cinefest – Internationales Festival des deutschen Film-Erbes und der 38. Internationale Filmhistorische Kongress werden veranstaltet von CineGraph Hamburg und Bundesarchiv in Kooperation mit zahlreichen nationalen und internationalen Institutionen.
Konzeption: Hans-Michael Bock, Erika Wottrich
Beratung: Hans-Ulrich Wagner, Michael Töteberg, Thomas Weber, Milan Klepikov, Adelheid Heftberger, Jan Distelmeyer
Organisation: Erika Wottrich, Swenja Schiemann
Coordination Bundesarchiv: Florian Höhensteiger
Technische Betreuung: George Riley
Kontakt: kongress(at)cinegraph.de
Für die Teilnahme ist eine vorherige Anmeldung erforderlich
Zur Akkreditierung
Der Kongress fand sowohl als Präsenzveranstaltung als auch online über Live-Stream statt.

