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CineFest 2008
V. Internationales Festival des deutschen Film-Erbes
Hamburg: 15.-23.11.2008

eine Veranstaltung von CineGraph und Bundesarchiv-Filmarchiv

Alles in Scherben !...?
Film – Produktion und Propaganda in Europa 1940–1950


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Der Gloria-Palast in der Hildesheimer Str. in Hannover nach den Luftangriffen vom 8./9. Oktober 1943
Quelle: Historisches Museum Hannover


Ein Jahrzehnt im Ausnahmezustand: Cinefest und Internationaler Filmhistorischer Kongress 2008 nehmen das Kino der Kriegs- und frühen Nachkriegszeit in den Fokus. Politische Kontrolle und propagandistische Lenkung, Zerstörung der Infrastruktur und Mangelwirtschaft sowie die Infragestellung gesellschaftlicher Werte prägten die Filmproduktion in Europa – unabhängig von der Zäsur des Jahres 1945.

Der Blick auf das gesamte Jahrzehnt erlaubt es dem heutigen Betrachter, Kontraste, Querverbindungen und Kontinuitäten zwischen den Produktionen der frühen und späten 1940er Jahre zu erkennen.

Wie sich der permanente politische und gesellschaftliche Ausnahmezustand der 1940er Jahre in Filmen der Zeit spiegelt, wird besonders in Produktionen für und über Jugendliche deutlich:

Hitlerjungen und Jungpioniere kämpfen fürs Vaterland, amerikanische und sowjetische Propagandafilme setzen die verhetzte Jugend des Kriegsgegners drastisch ins Bild und DEFA- und Re-education-Filme formulieren unterschiedliche Konzepte für den Umgang mit der verwahrlosten Nachkriegsjugend. Dabei lassen sich in bezug auf das Bild der jungen Generation in den Produktionen dieses Jahrzehnts oft erstaunliche Ähnlichkeiten feststellen.

Weitere Filme des Cinefest gingen den Veränderungen am Rollenbild der Frauen in der Kriegs- und Nachkriegszeit nach und warfen Schlaglichter auf das Bild vom Krieg und seinen Auswirkungen im Film. Diese reichen von den Schwierigkeiten der berufstätigen Frau, dem Kampf an der Heimatfront, der Liebe in Zeiten des Krieges, den Beziehungsproblemen deutscher Flieger, dem Phänomen der GI-fi xierten »Fräuleins« bis zur Thematisierung des Verhältnisses zwischen den Alliierten in Filmen des Kalten Kriegs.

Die Auseinandersetzung mit dem Krieg und seinen Folgen standen im Mittelpunkt einiger Filme aus dem Nachkriegs-Deutschland. Während die westlichen Produktionen vor allem aus familiärer Perspektive von Trennung und Wiederbegegnung, Depression und Neuanfang erzählen, versuchen die DEFA-Filme die politisch-historischen Wurzeln der deutschen Katastrophe offen zu legen und daraus Lehren für die Zukunft zu ziehen. Zwei Filme (1943 und 1947) von Henri-Georges Clouzot berühren das Thema Kollaboration französischer Filmschaffender unter der deutschen Besatzung und nach der Befreiung.

Cinefest und Filmhistorischer Kongress nahmen mit diesem Thema aktuelle historische Debatten auf und erweiterten sie um die kinematografische Perspektive.

zum Filmprogramm

Zum Festival erschien ein umfangreiches Katalogbuch inkl. einer DVD-Beilage mit Filmen (ua. "Die Jungen vom Krnichsee" mit Gunnar Möller) und Dokumenten zum Thema. Der Katalog kann über den Buchhandel für € 25,- erworben werden.



CineGraph - Hamburgisches Centrum für Filmforschung e.V.
Schillerstr. 43, 22767 Hamburg
Tel: +49-(0)40-352194 / Fax: +49-(0)40-345864
email: info(at)cinefest.de

Im Anschluß an die Veranstaltungen in Hamburg geht das Filmprogramm (bzw. Teile) auf Tournee nach Berlin, Prag, Wien und Zürich.



in Zusammenarbeit mit
Narodní filmový archiv, Prag
Kinemathek Hamburg - Kommunales Kino Metropolis
Deutsches Historisches Museum / Zeughauskino, Berlin
Filmarchiv Austria, Wien
Cinémathèque Suisse Lausanne / Filmpodium Zürich
sowie
Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg

Mit freundlicher Unterstützung von
absolutMedien, Berlin
Arte, Straßburg
British Film Institute, London
Cinecentrum, Hamburg
DEFA Stiftung, Berlin
Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen, Berlin
Deutsche Wochenschau GmbH, Hamburg
Deutsches Filminstitut – DIF, Frankfurt
Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein GmbH
Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung Wiesbaden
Gosfilmofond, Moskau
Institut francaise, Hamurg
MediaDesk Deutschland, Hamburg
Nordevent, Hamburg
Österreichisches Filmmuseum, Wien
Skoda Auto Deutschland GmbH
Stiekun LimousineServices, Hamburg
Studio Hamburg
Transit Film GmbH, München
Universität Hamburg – Institut für Neuere deutsche Literatur und Medienkultur

Medienpartner: FilmDienst


Die Arbeit von CineGraph – Hamburgisches Centrum für Filmforschung e.V. wird gefördert durch die
Behörde für Kultur, Sport und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg



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AG Filmfestival gegründet

Bei einem ersten Zusammentreffen am 4. Juli in Kassel haben sich über 60 deutsche Filmfestivals zusammengetan, eine Arbeitsgemeinschaft (AG) Filmfestival zu gründen. Ziel der AG ist es, sich untereinander zu vernetzen, bessere Bedingungen für Filmfestivals in Deutschland zu schaffen und gemeinsam mit den Filmschaffenden und anderen Verbänden Filmkultur zu stärken und zu fördern. Pressemitteilung (pdf)

Das indische Grabmal (1921, Joe May) - jetzt auf Blu-ray und DVD!

In der DVD-Edition zum cinefest 2018 ist jetzt der Zweiteiler DAS INDSICHE GRABMAL von Joe May auf Blu-ray und DVD erschienen. Erhältich u.a. bei amazon.


CineGraph präsentiert...

In unserer Reihe "Vergessen, verdrängt... CineGraph präsentiert Schätze aus den Filmarchiven" zeigen wir am 16. August um 17:00 Uhr im Metropolis Kino DER TAG VOR DER HOCHZEIT (BRD 1952) von Rolf Thiele. Die Kleinstadt-Komödie verweist auch auf das cinefest 2019, das vom 16.–24. November unter dem Motto „Dr. Seltsam oder: Aus den Wolken kommt das Glück“ Filme zwischen Polit-Komödie und Gesellschafts-Satire zeigt. Weitere Informationen (Metropolis-Programm)