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28. Internationaler Filmhistorischer Kongress

Menschen im Hotel
Filmische Begegnungen in begrenzten Räumen


19.11. – 21.11.2015, 9.30 – 16.00 Uhr
im Gästehaus der Universität (Rothenbaumchaussee 34)

Für die Teilnahme am Kongress ist eine vorherige Akkreditierung notwendig.

Übersicht der Panels
Mittwoch 18.11. (Eröffnung) | Donnerstag 19.11. | Freitag 20.11. |
Sonnabend 21.11.

Programm als pdf

Die Faszination eines Hotels, eines Ortes, an dem Menschen verschiedener sozialer und nationaler Herkunft aufeinandertreffen, war schon immer ein beliebter Stoff in Literatur und Film. Die Konflikte und Geschichten, die sich aus den Figurenkonstellationen ergeben, bieten unendliche Möglichkeiten für spannende Erzählungen, zeigen aber gleichzeitig auch einen Mikrokosmos der Gesellschaft. Die Grundsituation ist dabei eine besondere: Die Menschen sind unterwegs und befinden sich in der Regel nicht in ihrer gewohnten Umgebung. Es gibt sowohl unter dem Personal als auch bei den Gästen Hierarchien, die bisweilen durchbrochen werden. Identitäten sind oft trügerisch.

cinefest – Internationales Festival des deutschen Film-Erbes 2015 zeigt Filme vom Stummfilm bis zur Gegenwart, die das gleiche Thema eint: Menschen treffen zufällig aufeinander, interagieren in einem relativ geschlossenen Raum und gehen wieder auseinander. Gleichzeitig bilden die Filme den Zeitgeist wie durch ein Vergrößerungsglas gesehen ab und bieten die Möglichkeit (film)historischer Reflektionen. Festival und Internationaler Filmhistorischer Kongress geben eine Übersicht über Formen und Mittel, mit denen diese Geschichten erzählt werden, und stellen sie in einem kulturhistorischen Zusammenhang.

Teil des cinefests ist der 28. Internationale Filmhistorische Kongress, bei dem die Schwerpunkte des Festivals in Vorträgen und Diskussionen vertieft werden.
In einem einführenden Panel wird ein Einblick in die Geschichte des Hotelfilms und das Hotel als Filmmotiv gegeben. Da der Schauplatz Hotel in Literatur und Film immer wieder behandelt wurde, wird ein Panel auf verschiedene Verfilmungen gleicher Vorlagen im Wandel der Zeit eingehen. Vicki Baums berühmter Roman »Menschen im Hotel« (1929) und die diversen filmischen und literarischen Adaptationen werden dabei ebenso berücksichtigt wie die weniger bekannten Verfilmungen von Lajos Birós Stück »Hotel Imperial«, u.a.von Mauritz Stiller (1927). Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Hotel als Fluchtpunkt des Exils, wie es u.a. Klaus Mann im Roman »Der Vulkan« beschreibt, der 1989/99 von Ottokar Runze verfilmt wurde.
Das Hotel als anonymer Ort bietet auch immer wieder Gelegenheiten, andere Identitäten anzunehmen bzw. in der Anonymität abzutauchen. Sehen und Gesehenwerden spielt dabei eine entscheidende Rolle, bietet die Hotel-Lobby doch auch einen Laufsteg für eine Art Modenschau. Ein weiterer Fokus wird auf die filmästhetische Dramaturgie der Blicke gelegt: An einem Ort, wo sich Menschen oft das erste Mal begegnen, ist dies ein wichtiger Aspekt. Das Hotel ist vielfach auch ein Spiegel der Gesellschaft, »die Welt im Kleinen«. Anhand einiger Beispiele, die auch das Mit- und Nebeneinander von Zeit und Raum berücksichtigen, wird der Wandel der Gesellschaft im Hotelfilm erörtert.
Geschlossene Räume sind beliebte Motive im Genrefilm. Wie sie sich als Orte des Verbrechens auch im DDR-Film wiederfinden, wird in einem Vortrag dargestellt, während ein weiteres Referat Hotelszenen im deutschen Schlagerfilm untersucht.
Das Hotel als Metapher ist Thema eines weiteren Panels, in dem u.a. die Hotel-Filme von Wes Anderson, insbesondere GRAND BUDAPEST HOTEL (2014), sowie Stanley Kubricks THE SHINING  (1980) analysiert werden.
Welche Rolle das Hotel im neueren deutschen Kino einnimmt, wird in zwei Vorträgen untersucht. In R.W. Fassbinders WARNUNG VOR EINER HEILIGEN NUTTE (1970/71) dient das Hotel für eine Filmcrew nicht nur als Aufenthalts- und Übernachtungsort, sondern gleichzeitig als Filmkulisse. Im neuesten deutschen Film sind Hotels häufig auffallend leer und austauschbar. Sie sind nicht mehr primär Aufenthaltsort und Treffpunkt verschiedener Charaktere, sondern reduzieren sich zum Zufluchtsort für einsame Seelen.


Programm


Programm als pdf

Mittwoch 18.11. (Eröffnung) | Donnerstag 19.11. | Freitag 20.11. |
Sonnabend 21.11.

Mittwoch, 18.11.


Metropolis-Kino (Kleine Theaterstr. 10)

17:00
Der letzte Mann (BRD 1955, Harald Braun), 104 min

19:30
Kongress-Eröffnung mit Verleihung der Willy Haas-Preise
Eröffnungsfilm:
Nachtspiele (DDR 1978, Werner Bergmann), 82 min
Gast: Christine Schorn

Im Anschluss laden wir zu einem Umtrunk ein.



Kongress im Gästehaus der Universität (Rothenbaumchaussee 34)


Donnerstag, 19.11.


9:30
Begrüßung

9:45 - 11:45
Panel 1: SCHAUPLATZ HOTEL
Alfons Maria Arns, Frankfurt/Main: Luxus, Träume, Kollisionen. Das Universum des Hotels im Film
Michelle Koch, Bad König: Drehtür in eine andere Welt? Täuschungen, Enttäuschungen und Verwandlungen im Film-Hotel

13:00 - 16:00
Panel 2: HOTEL IN LITERATUR UND FILM
Michael Girke, Herford: Treffpunkt im Unendlichen. Das Hotel als Ort für Exilanten, Vertriebene, Flüchtlinge
Leonardo Quaresima, Bologna: Menschen im Hotel: Transmedia Storytelling
Réka Gulyás, Berlin: Von Lemberg nach Kairo -  die fünf Gesichter des Hotel Imperials

Filmprogramm 19.11.

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Freitag, 20.11.


9:30 - 12:30
Panel 3: SCHEIN UND SEIN IM (GRAND)HOTEL
Heike Klapdor, Berlin: Die Dramaturgie der Blicke. Eine Untersuchung der filmästhetischen Gestaltung des Topos »Hotel«
 Evelyn Hampicke, Berlin: Roben und Garderoben mit Zeitbezug. Dresscode im NS Grand-Hotel-Film
Thomas Brandlmeier, München: Raumfluchten und Zeitfluchten. Komplexe Strukturen im Hotelfilm

14:00 - 16:00
Panel 4: HOTEL IM GENREFILM
Detlef Kannapin, Berlin: Reserviert! Verdichtete Räume und soziale Beziehungen im DEFA-Film
Hans Jürgen Wulff, Kiel: Hotelszenen im deutschen Schlagerfilm

Filmprogramm 20.11.


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Sonnabend, 21.11.


9:30 - 11:30
Panel 5: METAPHER HOTEL
Kathrin Fahlenbrach, Hamburg: Das Hotel als böses Wesen und als gesellschaftliches Raumbild. Metaphorische Inszenierungen des Hotels im Film
Sven Weidner, München: Das Hotel als »Theaterbühne« – Anregungen zu R.W. Fassbinders Warnung vor einer heiligen Nutte (1970/71)



13:00 - 15:00
Panel 6: RÜCKZUGSORT HOTEL
Jan Distelmeyer, Berlin: Realisierte Utopien. Von Transiträumen zu den Filmen Wes Andersons (und wieder zurück)
Tobias Haupts, Berlin: Keine Menschen im Hotel. Räume der Einsamkeit im neuesten deutschen Film


15:15 - 16:00
Abschlussdiskussion


Filmprogramm 21.11.
Filmprogramm 22.11.

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Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an kongress(at)cinegraph.de

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Der 28. Internationale Filmhistorische Kongress ist integraler Bestandteil des XII. Cinefest – Internationales Festival des deutschen Film-Erbes (14.–22.11.).

Die Vorträge des Kongresses werden in überarbeiteter Form anschließend in einem CineGraph Buch veröffentlicht.


Konzeption: Hans-Michael Bock, Erika Wottrich, Swenja Schiemann
Beratung: Karl Griep

Organisation: Erika Wottrich
Coordination Bundesarchiv: Roland Foitzik




Weitere Informationen bei:
CineGraph e.V., Schillerstr. 43, 22767 Hamburg
Tel.: +49-(0)40-352194, Fax: +49-(0)40-345864
email: kongress(at)cinegraph.de
Kontakt: Erika Wottrich, Swenja Schiemann

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Rückblick auf den 27. Internationalen Filmhistorischen Kongress
Rückblick auf den 26. Internationalen Filmhistorischen Kongress
Rückblick auf den 25. Internationalen Filmhistorischen Kongress
Rückblick auf den 24. Internationalen Filmhistorischen Kongress
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Rückblick auf den 20. Internationalen Filmhistorischen Kongress
Rückblick auf den 19. Internationalen Filmhistorischen Kongress
Rückblick auf den 18. Internationalen Filmhistorischen Kongress

Rückblick auf die Kongresse 1989-2004

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