cinefest - Internationales Festival des deutschen Film-Erbes

Reinhold Schünzel-Preis


Ehrenpreis für langjährige Verdienste um die Pflege, Bewahrung und Verbreitung des deutschen Film-Erbes an eine oder mehrere Personen (nicht Institutionen).

Benannt nach dem 1888 in Hamburg geborenen Schauspieler und Regisseur Reinhold Schünzel, der – aus dem Exil in Hollywood zurückgekehrt – 1954 in München gestorben ist.

— Verliehen durch eine Jury, die von den Trägern des Festivals berufen wird.

— Jury 2007:
Hervé Dumont, Direktor der Cinémathèque Suisse, Lausanne
Eva Orbanz, Präsidentin der FIAF (Fédération Internationale des Archives du Film)
Hanno Loewy, Direktor Jüdisches Museum Hohenems, Vorarlberg, Österreich

Der Reinhold Schünzel-Preis 2007 geht an

Gero Gandert



Gero Gandert bekommt von Kay Hoffmann den Reinhold Schünzel-Preis überreicht


Begründung der Jury:

Gero Gandert, geboren am 13. Juni 1929 in Görlitz, gehört zum Urgestein der deutschen Filmhistoriker und Archivare. Nach einigen Jahren als freier Mitarbeiter wurde er 1972 bei der Deutschen Kinemathek als Kustos fest angestellt. Er gehört zu den Initiatoren zu einem Filmmuseum in Berlin. Neben den langjährigen Arbeiten an seinem Handbuch zum Film der Weimarer Republik erwarb sich Gandert besondere Verdienste um den Aufbau der Sammlungen zum Exilfilm.
Mit detektivischem Spürsinn und penibler Hartnäckigkeit entdeckte er vor allem in den USA und England noch lebende Exilanten bzw. ihre Erben und erreichte es oft, dass bei ihnen noch erhaltene, seltene Dokumente und Nachlässe nach Berlin geholt werden konnten. Diese bilden die unverzichtbare Basis für alle Forschungen zu einem der wichtigsten und traurigsten Abschnitte der deutschen Filmgeschichte.
Tausende von Filmschaffenden, darunter einige der besten und bedeutendsten des Weimarer Kinos wurden nach 1933 aus rassistischem Wahn oder politischen Gründen ins Ausland getrieben. Glänzende Karrieren endeten plötzlich, bislang einflussreiche Regisseure wurden zu Bittstellern an den Toren der Traumfabriken. Die Titel ihrer Filme verschwanden aus dem Bewusstsein der Kinogänger, die Kopien – wenn sie nicht ganz vernichtet wurden – verschwanden in den hinteren Reihen der Archive.
Gegen dieses Vergessen angekämpft zu haben, ist das grosse Verdienst Gero Ganderts.


Zur Person von Gero Gandert

Gero Gandert, geboren am 13. Juni 1929 in Görlitz. Nach dem Abitur 1948 in Oldenburg erste Filmkritiken. Studium der Zeitungs- und Theaterwissenschaft und Geschichte in München und ab 1952 in West-Berlin. Neben publizistischer Tätigkeit in Zeitungen und im Rundfunk, ab 1957 Programmgestaltung im Filmkunstkino Filmbühne am Steinplatz. 1958-1961 Haft in der DDR wegen "schwerer staatsgefährdender Hetze und Propaganda" wegen seiner kritischen Berichterstattung zu Kulturpolitik und Filmwesen in der DDR.
1963 Mitbegründer des Vereins „Freunde der Deutschen Kinemathek“, aus dem das Kino Arsenal hervorging. 1963 erschien in der von Enno Patalas edierten Reihe Cinemathek Ganderts gemeinsam mit Ulrich Gregor erstelltes Protokoll des Fritz-Lang-Films M (Marion von Schröder Verlag 1963).
Ab 1964 freier Mitarbeiter, ab 1972 fest angesteller Kustos in der Deutschen Kinemathek, Berlin. 1993 erschien nach jahrzehntelanger Vorarbeit im Verlag Walter de Gruyter der schwergewichtige Band "Der Film der Weimarer Republik 1929. Ein Handbuch der zeitgenössischen Kritik". Auch nach seiner Pensionierung 1994 setzte er seine Arbeit in der Kinemathek und dem 2000 am Potsdamer Platz eröffneten Filmmuseum fort.
1992 verlieh ihm Bundespräsident Weizsäcker das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.



Die bisherigen Preisträger:

2006: Vittorio Martinelli (mehr)

2005: Wolfgang Klaue (mehr)

2004: Ingrid Scheib-Rothbart (mehr)


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